Wann könnten Sie bei uns anfangen?

Wann könnten Sie bei uns anfangen?

Warum wird diese Frage gestellt?

Diese Frage klingt harmlos, ist aber aus Sicht des Interviewers äußerst informativ. Sie signalisiert zunächst einmal echtes Interesse: Wer nach deinem Starttermin fragt, denkt bereits konkret darüber nach, dich einzustellen. Das ist ein gutes Zeichen.

Gleichzeitig will der Arbeitgeber herausfinden, wie verbindlich deine aktuelle Situation ist. Bist du noch in einem laufenden Arbeitsverhältnis? Wie lang ist deine Kündigungsfrist? Gibt es Überschneidungen mit dem geplanten Onboarding? Diese Informationen helfen dem Unternehmen bei der internen Personalplanung und zeigen, ob du kurzfristig verfügbar bist oder ob eine Übergangsphase eingeplant werden muss.

Darüber hinaus testet die Frage indirekt deine Zuverlässigkeit und Professionalität. Wer seinen aktuellen Arbeitgeber ohne Einhaltung der Kündigungsfrist verlassen würde, handelt unloyal — und das bemerken Interviewer. Deine Antwort sagt also auch etwas über deinen Charakter aus.

So beantwortest du sie optimal

Sei konkret und ehrlich, aber bleib dabei flexibel. Nenne deinen frühestmöglichen Starttermin und begründe ihn kurz — das zeigt Transparenz. Falls du noch angestellt bist, erwähne deine Kündigungsfrist. Im DACH-Raum ist eine gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen zum Monatsende oder zum 15. üblich, bei längerer Betriebszugehörigkeit kann sie deutlich länger sein. Kenne deine eigene Frist, bevor du ins Gespräch gehst.

Signalisiere außerdem Gesprächsbereitschaft: Falls das Unternehmen einen früheren Start benötigt, kannst du anbieten, mit deinem aktuellen Arbeitgeber über eine verkürzte Übergabe zu sprechen — ohne jedoch etwas zu versprechen, das du nicht halten kannst. Das zeigt Entgegenkommen ohne Unzuverlässigkeit.

Eine gute Musterantwort könnte so klingen: „Ich bin aktuell noch beschäftigt und habe eine Kündigungsfrist von vier Wochen zum Monatsende. Ich könnte also frühestens zum [konkretes Datum] bei Ihnen beginnen. Falls Sie einen etwas früheren Start benötigen, würde ich gern mit meinem Arbeitgeber besprechen, ob eine kürzere Übergabe möglich ist. Generell möchte ich den Wechsel aber sauber und professionell gestalten."

Wenn du nicht ehrlich antworten kannst

Manchmal ist die Situation komplizierter: Vielleicht läuft noch ein zweites Bewerbungsverfahren, und du willst dir noch etwas Zeit verschaffen. Oder du bist aktuell arbeitslos und willst nicht den Eindruck erwecken, zu verzweifelt zu sein, indem du „sofort" sagst. In diesem Fall hilft eine diplomatische Formulierung wie: „Ich möchte den Einstieg sorgfältig vorbereiten — ich denke, [Datum in 2–4 Wochen] wäre für mich ein realistischer und sinnvoller Startpunkt." Das klingt überlegt statt verzweifelt.

Falls du bereits gekündigt hast und eigentlich sofort könntest, es aber merkwürdig wirken könnte: Erkläre es kurz und selbstbewusst — „Ich habe meinen vorherigen Vertrag bereits beendet und stehe ab sofort zur Verfügung." Das ist kein Makel, solange du es souverän kommunizierst.

Kategorie: arbeitsbedingungen · Schwierigkeitsgrad: leicht